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25 Jahre Leukämie Lymphom Liga

Am 9. Dezember 2013 wurde das 25jährige Bestehen der Leukämie Lymphom Liga e.V. mit einem Patiententag über Fortschritte in der Hämatologie festlich begangen. Den würdigen Rahmen bot das Haus der Universität mitten in Düsseldorf.

Neben nahezu 200 Patienten, Interessierten und geladenen Gästen begrüßte Prof. Dr. Jan von Knop, Vorsitzender der LL-Liga, Frau Brigitte Schneider, die 1988 zusammen mit ihrem Ehemann Prof. Dr. Wolfgang Schneider, dem damaligen Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und klinische Immunologie die Leukämie Liga e.V. gründete. Der Verein sollte einer Verbesserung der Situation für Patienten während ihres stationären Aufenthalts möglich machen, die Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal intensivieren durch Übernahme der Kosten und die Leukämieforschung fördern. Durch Anschubfinanzierung sollten millionenschwere Forschungsvorhaben initiiert werden. Die Landeshauptstadt Düsseldorf wurde vertreten durch die 1. Bürgermeisterin Frau Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Universität durch Prorektor Prof. Dr. Alfons Schnitzler, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität durch ihren künftigen Präsidenten Eduard H. Dörrenberg. Frau Silvia Havasi, Mitglied der 3M Geschäftsleitung, gehörte ebenso zu den geladenen Gästen wie Herr Dr. Jörg Geerlings vom Lions Club Neuss Helen Keller.

Prof. Dr. Jan von Knop dankte allen Mitarbeitern der LL-Liga für tausend und abertausend ehrenamtlich geleistete Stunden, insbesondere Frau Monika Rost, die für ihren Einsatz 2010 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt.

Prof. Dr. Schnitzler überbrachte den Dank des Rektorats der Heinrich Heine Universität und wünschte Erfolg für die nächsten 25 Jahre. Die Mission der Gründer der LL-Liga wurde nie aus den Augen verloren. In 25 Jahren konnten 1,5 Mio. Euro für das Uni-Klinikum bereitgestellt werden. Der Verein hat heute über 200 Mitglieder. Dank der LL-Liga hat die Krebstherapie in Düsseldorf zahlreiche positive Schlagzeilen erhalten. Dazu gehört auch die Auszeichnung als Onkologisches Spitzenzentrum durch die Deutsche Krebshilfe e.V. im Mai 2013.

„Zu diesem Termin bin ich gerne gekommen.“ begrüßte Frau Dr. Strack-Zimmermann, 1. Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf, die Anwesenden. Die engagierte ehrenamtliche Arbeit der LL-Liga über einen so langen Zeitraum sei besonders hervorzuheben, zumal für Düsseldorf Medizin ein wichtiges Thema sei, nicht nur die kosmetische Chirurgie. Medizin ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt, da mit Patienten in der Regel Angehörige anreisen. Stolz sei sie, dass auch die LL-Liga in dieser Weise die Stadt unterstützt. Sie dankte dem Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf Udo van Meeteren, der das Haus der Universität zur Verfügung gestellt hat, so dass ein Teil der Universität nun auch in der Innenstadt vertreten ist.

Zum Dank an die Förderer der ersten Stunde wurden Urkunden überreicht. Herr Dr. Geerlings vom Lions Club Neuss Helen Keller sagte, dass diese Unterstützung gerne gegeben wird. Mehr als 100.000 Euro konnten der LL-Liga bisher gespendet werden vom Erlös des Adventskalender-Verkaufs. Der Betrag für das Jahr 2013 wird mit rund 8.000 Euro etwa so hoch sein wie in 2012.

Frau Silvia Havasi, Mitglied der Geschäftsleitung von 3M, dankte als Vertreterin der 6200 Mitarbeiter des Unternehmens für die Urkunde. Man könne Krankheiten zwar nicht verhindern, aber man solle nicht loslassen an Heilungslösungen zu arbeiten. 25 Jahre Ehrenamt seien ein Ausdruck der Beständigkeit. Das Unternehmen 3M werde die LL-Liga auch weiterhin unterstützen. Die Firma 3M machte die Gründung der LL-Liga durch eine Großspende im Jahre 1988 erst möglich und unterstützte in den 25 Jahre die LL-Liga laufend finanziell und logistisch.

Über 25 Jahre Förderung von Diagnostik und Therapie bei Patienten mit Leukämien und Lymphomen sprach Prof. Dr. Rainer Haas, der vor 14 Jahren aus Heidelberg kam, um als Direktor die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Düsseldorf zu leiten. So konnte er über eine große Zeitspanne aus eigener Erfahrung berichten. Zum zehnjährigen Bestehen der LL-Liga hielt er einen Vortrag über Stammzelltransplantation und war dankbar, dass das klamme universitäre Budget durch Gelder der LL-Liga aufgebessert werden konnte. Insgesamt wurden in den vergangenen 25 Jahren für Kunsttherapien 4.800 Euro aufgewendet, für Fortbildungen und Kongresse 8.200 Euro, die Psychoonkologie wurde mit 95.000 Euro gefördert, diagnostische Laborgeräte für 96.000 Euro wurden angeschafft. Der größte Betrag wurde für die Anschubfinanzierung von Forschungsprojekten aufgewendet, nämlich 590.000 Euro. Dies ist ein enormer Betrag für Institutionen ohne „Overhead“, von dem jeder Euro in vereinsgebundene Projekte investiert wurde.

Sehr kurzweilig sprach Prof. Haas über seinen Aufbruch aus Heidelberg, dem Sitz der Kurfürsten der Pfalz, zu denen auch Jan Wellem gehörte, der den Düsseldorfern kein Unbekannter ist. Seit 1990 wurde daran gearbeitet, die Stammzelltransplantation von Knochenmark auf Blut umzustellen. 1995 wurde in Düsseldorf der erste Patient weltweit mit dem Blut eines Fremdspenders transplantiert. Heute belegt Düsseldorf bundesweit Platz 3 bei autologen Transplantationen. Viel Entwicklungsarbeit wurde in den vergangenen Jahren geleistet, das Überleben der transplantierten Patienten wurde verbessert, Spender wurden schneller und passender gefunden, die Diagnostik wurde verbessert ebenso wie supportive Maßnahmen. Einige Forschungsprojekte, deren Anschub durch die LL-Liga finanziert wurde, erhielten Preise, zuletzt ging in 2013 der Ulrich-Hadding-Forschungspreis des Düsseldorfer Biologisch-Medizinischen Forschungszentrums an Dr. med. Thomas Schröder.

Auch OA Dr. André Karger vom Fachbereich Psychoonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf beglückwünschte die LLLiga zu ihrem 25jährigen Bestehen. Er sprach über Krankheit als Weg, vom Umgang mit existenziellen Herausforderungen aus Sicht eines Patienten. Unsere Vorstellung von Zeit ist unendlich, die Konfrontation mit der Diagnose „Krebs“ ist ein existenzielles Ereignis, das uns zeigt, dass unsere Zeit begrenzt ist. Unsere schützende emotionale Hülle bekommt einen Riss. Hier hilft oft das Gespräch. Das Gespräch mit einem Patienten über seine Gefühle im Umgang mit der neuen Lebenssituation wurde als Film gezeigt, der Patient selbst war anwesend und beantwortete Fragen von Dr. Karger.

Mit dem Lied „Wenn Worte meine Sprache wären“ von Tim Bendzko begann A. Cornelia Weigle vom Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin ihren Beitrag „Wenn Worte fehlen sprechen Bilder“. Wenn man das Gefühl hat, den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn Worte ihre Bedeutung zu verlieren scheinen, dann kann Kunsttherapie einen Dialog in Gang setzen, indem sie Dinge sichtbar macht, die man nicht aussprechen kann. Frau Weigle zeigte einige von Patienten gemalte Bilder und erklärte deren Bedeutung aus Sicht der Patienten. Es ist nicht wichtig, künstlerisch wertvolle Bilder herzustellen, die Bilder sollen Ressourcen aktivieren und Kraftquellen entdecken als Potential zur Genesung. Es ist wichtig, Traurigkeit und Wut in Mut zu verwandeln. Die Kunsttherapie bezieht Angehörige mit ein und kann Brücken bauen.

Die Sätze 1 und 2 der Partita in D-Moll für Violine von Johann Sebastian Bach, gespielt von Alexander Brodski, Student der Medizin in Düsseldorf, leiteten über zu vier gut besuchten parallelen Foren. Nach einer Einführung beantworteten die Oberärzte der Klinik für Hämatologie in den Foren Fragen der Patienten. Über MDS berichtete der stellvertretende Direktor der Klinik Prof. Dr. med. Ulrich Germing, über das Multiple Myelom und Knochenmarktransplantionen Prof. Dr. med. Guido Kobbe. Die Themen Leukämien und Myeloproliferativen Erkrankungen behandelte Dr. med. Mustafa Kondakci und NHL PD Dr. med. Thomas Wündisch.

Zahlreiche Gespräche beim adventlichen Buffet drehten sich um die Festveranstaltung, die Dank des Einsatzes vieler Ehrenamtlich tätigen so gut gelingen konnte.

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